Zwischen Washington und Havanna ist es in den letzten Wochen deutlich frostiger geworden. Eine Anklage gegen Raúl Castro, frische Sanktionen und Meldungen über eine militärische Annäherung Kubas an Russland und den Iran haben die Spannungen zwischen den USA und Kuba zurück in die Schlagzeilen gebracht. Wer gerade eine Kuba Reise vorbereitet, will vor allem eines wissen: Ist die Insel noch ein sicheres Reiseziel? Vorweg gesagt, am Tourismus ändert sich im Moment nichts. Ein genauerer Blick auf die Hintergründe lohnt sich trotzdem.
Hintergrund der aktuellen Spannungen zwischen Kuba und den USA
Im Mai 2026 brachte die US-Justiz eine Anklage gegen Raúl Castro auf den Weg, den früheren Präsidenten und Anführer der kubanischen Revolution. Es geht um ein Ereignis aus dem Jahr 1996. Damals schoss das kubanische Militär zwei Maschinen der Exilgruppe „Brothers to the Rescue“ ab, vier Menschen kamen ums Leben. Aus Sicht der USA hat Castro den Befehl zum tödlichen Einsatz gegeben. Havanna hält dagegen und bezeichnet die Anklage als rein politisch.
Dazu kommen Berichte amerikanischer Medien, die sich auf Geheimdienstquellen stützen. Demnach soll Kuba in den letzten Jahren über 300 Militärdrohnen aus Russland und dem Iran erhalten haben. Weil die Insel nur rund 150 Kilometer vor der Küste Floridas liegt, werden solche Meldungen in den USA aufmerksam verfolgt.
Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel sieht die Lage erwartungsgemäß ganz anders. Er pochte auf das Recht seines Landes, sich zu verteidigen, und warf Washington vor, nur nach einem Anlass zu suchen, um den Druck weiter zu erhöhen. Zugleich erinnerte er an die schwierige Wirtschaftslage und die Folgen des US-Embargos.
Steht ein militärischer Konflikt bevor?
So scharf die Worte auf beiden Seiten auch sein mögen, ein offener militärischer Konflikt gilt unter Fachleuten derzeit als unwahrscheinlich. Kubas Wirtschaft steckt zwar tief in der Krise, doch ein militärisches Eingreifen wäre mit hohen Risiken verbunden und politisch kaum durchzusetzen.
Hinzu kommt die kubanische Verteidigungsdoktrin „Guerra de Todo el Pueblo“, also der „Krieg des ganzen Volkes“. Sie sieht vor, im Ernstfall nicht nur die Streitkräfte, sondern die gesamte Bevölkerung einzubinden. Für einen Angreifer von außen ist eine solche Verteidigung schwer zu kalkulieren.
Sicher, der Unmut in der Bevölkerung ist heute größer als noch vor einigen Jahrzehnten. Trotzdem gibt es weiterhin feste politische Gruppen, die hinter dem bestehenden System stehen würden. Diese Mischung macht jeden Versuch einer Einflussnahme von außen unberechenbar, und genau das ist einer der Gründe, warum eine schnelle Eskalation eher unwahrscheinlich bleibt.
Kann man aktuell noch nach Kuba reisen?
Ja. Für Urlauber gibt es momentan keinerlei Beschränkungen. Die Flüge gehen wie gewohnt, an den Einreiseregeln hat sich nichts geändert, und auch das E-Visum für Kuba lässt sich ganz normal beantragen. Wenn du eine Kuba Einreise 2026 planst, kannst du an deinen Reiseplänen festhalten.
Ein Auge auf die politische Entwicklung zu haben, schadet aber nicht. Wachsende Spannungen können sich über längere Zeit auf Flugverbindungen, die Versorgung mit Treibstoff oder die wirtschaftliche Lage vor Ort auswirken. Wer flexible Tarife wählt und seine Unterlagen frühzeitig zusammenstellt, ist für alle Fälle gut vorbereitet.
Fazit: angespannt, aber kein Reisehindernis
Die Spannungen zwischen den USA und Kuba haben erneut zugenommen. Die Anklage gegen Raúl Castro und die Diskussion über mögliche Drohnenlieferungen zeigen, dass der politische Druck auf Havanna gewachsen ist. Ob daraus eine echte Krise wird oder nur die nächste Runde im langen Konflikt beider Länder, lässt sich heute nicht seriös vorhersagen. Für deine Reisepläne spielt das vorerst keine Rolle.
Falls du bald nach Kuba aufbrichst, kümmere dich rechtzeitig um dein E-Visum. Die Einreise funktioniert inzwischen vollständig digital. Auf cuba-visa.com bestellst du dein Visum bequem online und bekommst es per E-Mail zugeschickt.

